„Die Existenz geht der Essenz voraus“?

Die Existenz, also das Vorhandensein, entsteht vor dem Wesen. Wobei zu beachten ist, dass der Mensch „zufällig“ entsteht und man jedoch sein eigenes Wesen selbst wählen/kreieren kann („Der Mensch ist, wozu er sich macht“).

Diese Gedankengänge Sartres scheinen sehr überzeugend. Die Persönlichkeit, das Wesen des Menschen, entsteht also erst später, wenn der Mensch selbst Gedanken fasst und Entscheidungen trifft, er definiert sich durch diese und entwickelt seinen Charakter.

Doch ich frage mich, ob ein Mensch, schon bevor er existiert, ein Wesen haben kann?

Angenommen eine Frau wird schwanger, welche unter schrecklichen Umständen lebt – Kriminalität, Schmutz, Armut. Bevor sie also schwanger ist, bietet ihre Umgebung schlechte Bedingungen für einen zukünftigen Neuankömmling. Wenn dieser zu seiner Zeit also existiert, ist sein Wesen nicht „vorbestimmt“ durch seine Umgebung? Ist er nicht schon teilweise definiert? Hat er nicht schon Voraussetzungen, die ihn definieren werden und somit Teile seines Wesens sein werden?

 

LA

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