PPP und Breugel

Pieter Breugel: Landschaft mit dem Sturz des Ikarus, ca. 1560

Ikarus entfliegt mit seinem Vater Dädalus aus ihrem Gefängnis in Kreta. Selbstgebastelte Flügel ermöglichen ihnen, den Traum aller Menschen erfüllen zu können. Ovid schreibt in seinen Metamorphosen:

Mancher, der mit schwankender Angelrute fischte, mancher Hirte, der sich auf seinen Stab, manch ein Bauer, der sich auf den Pflug stützte, erblickte die beiden, staunte und hielt sie für Götter, da sie die hohe Luft durchqueren konnten.

Doch Ikarus horcht nicht auf den weisen Vater, er nähert sich der Sonne, die das Wachs der Flügel zum Schmelzen bringt. Ikarus stürzt ab.

Breugel zeigt nur seine zappelnden Beine, die noch aus dem Wasser ragen. Fischer, Hirte und Bauer gehen ihren Beschäftigungen nach, der Abgestürzte interessiert sie nicht.

Das Bild steht für die im Schwerpunktfach PPP verbundenen Zugänge zum Menschen: Psychologie, Pädagogik und Philosophie sind drei Sichtweisen. Würden die Männer hinsehen, so könnten sie sich alle erklären, warum Ikarus Flug tragisch geendet hat. Ihre Modelle und Ansätze zeigen aber jeweils nur eine Sicht, die davon profitiert, mit anderen verbunden zu werden.

Das Bild zeigt aber auch, dass das Leben des Menschen alleine und in Gesellschaft interpretationsbedürftig ist. Es reicht nicht aus, das Bild nur anzusehen – erst das Nachdenken darüber ermöglicht eine Erkenntnis. Das ist eine gemeinsame Erfahrung in den drei Disziplinen: Das Handeln, Denken und Fühlen der Menschen werden durch Nachdenken dem Verständnis zugeführt.

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