Jean-Paul Sartre – Entwurf, Entscheidung, Verantwortung

Wenn man davon ausgeht, dass Gott nicht existiert, existiert nach Jean-Paul Sartre mindestens ein Wesen, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, dieses Wesen existiert folglich, bevor es definiert wird. Genau ein solches Wesen ist der Mensch, er existiert zuerst und definiert sich erst später. Der Mensch konzipiert sich durch seine Handlungen und Entscheidungen selbst. Dies besagt auch der Grundsatz des Existentialismus „Der Mensch ist, wozu er sich macht“. Daraus resultiert, dass der Mensch die Verantwortung  für sein sein trägt. Der Mensch ist nicht nur für sich als Individuum verantwortlich sondern auch für alle Menschen.

Sartre führt den Begriff der Subjektivität ein, der Subjektivismus lässt sich wie folgt unterteilen: Erstens in die Wahl des individuellen Subjekts durch sich selbst und zweitens in den Aspekt der Unmöglichkeit für den Menschen, die menschliche Subjektivität zu überschreiten (indem der Mensch sich wählt, wählt er auch alle Menschen). Dies bedeutet, dass eine Handlung eines Menschen einen Einfluss auf das Gesamtbild der Menschheit sowie auf die Epoche hat. Der Mensch, als Individuum, entscheidet sich stets für das von ihm als gut Angesehene, diese Ansicht überträgt er auf alle Menschen und erstellt so eine Art Norm.

Viele Leute entfliehen ihrer Angst dadurch, indem sie sich sagen, dass sie sich durch ihr Handeln nur selbst binden. Die Frage, was wäre wenn die ganze Welt so wie sie handeln würde, stellen sie sich nicht. Diesem Gedanken entrinnt man mit einer Art von Böswilligkeit. Wer lügt und sagt, die ganze Welt handelt eben nicht so, ist mit seinem Gewissen nicht im reinen.

Bei schweren Entscheidungen ist der Mensch mit dem abwägen der Möglichkeiten überfordert, folglich wird er sich auf seinen Instinkt verlassen. Diese Entscheidungen können erst im Nachhinein gewertet werden, dies tut der Mensch, um sich zu bestätigen und sich zu definieren. Wenn man eine Person um Rat fragt, hat man der Entscheidung bereits eine starke Richtung gegeben, da man diese Person selbst ausgesucht hat. Dadurch bindet man sich schon auf eine Seite der Entscheidung, da man annehmen kann, wie die ausgewählte Person entscheiden würde.

MS

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