Gedanken zum Existentialismus

Wenn Existenz der Essenz vorausgeht, ist jeder Mensch verantwortlich für das, was er ist.

Ich finde den Gedanken spannend, dass jeder so quasi ins Leben „geworfen“ wird und sich das Leben nach durch seine Entscheidungen und seine Handlungen gestalten kann. Das ist eigentlich grenzenlose Freiheit.

Aber wie so oft haben grenzenlose Freiheit und die damit verbundenen unlimitierten Gestaltungsmöglichkeiten eine Kehrseite. Sie bringen Entscheidungsschwierigkeiten mit sich. Ganz nach dem Motto: Entweder du tust etwas, und du wirst es bereuen, oder du tust es eben nicht und wirst es auch bereuen – so oder so, du wirst es bereuen. Dies behauptet jedenfalls Sartre, überspitzt gesagt. Ich finde das ziemlich pessimistisch, wenn nicht etwas zu pessimisstisch.

Existentialismus ist sehr klar und kennt kein Pardon. Dass jeder Mensch für sich selbst und alle verantwortlich ist, kann positive Gedanken aufrufen: Der Mensch fühlt sich mächtig, allein er kann für sich entscheiden und mit seinen Handlungen die Umwelt beeinflussen. Jedoch sind auch negative Aspekte damit verbunden: Durch den Existentialismus kann sich keiner seiner Verantwortung entziehen und muss sich selbst Rechenschaft ablegen können. Der Gedanke, dass es keinen Gott gibt und nur der Mensch alles kreiert, kann sehr beunruhigend sein. Man hat kein Raster, in dem man sich eingliedern kann. Es gibt kein bestimmtes, vorgegebenes Muster, nach dem man agieren kann oder muss.

Die Nüchternheit dieser Weltanschauung geht soweit, dass man sich nach dieser kein Leben nach dem Tod vorstellen kann. Wir haben also nur eine kurze Zeitspanne auf der Erde. Dies kann dazu führen, dass man die Zeit, die man hat, durch diesen Gedanken, möglichst konstruktiv umsetzt. Aber andererseits kann dies auch, gepaart mit dem Tragen der immensen Verantwortung, zu Überforderung und Stimmungstrübungen führen.

Existentialismus ist extrem nüchtern und knallhart. Ich finde es mutig, wenn Menschen nach diesen Idealen leben.

Ich bin ganz ehrlich, ich könnte das nicht. Ich tue mich schwer mit dem Gedanken, dass ich für alles verantwortlich bin. Oftmals denke ich, dass es das Schicksal gibt, eine Art Weg, ein Plan, dass mich lenkt. Weil es so vorbestimmt ist. Weil es mehr gibt.

Und vielleicht bin ich auch einfach noch zu jung und zu naiv. Aber momentan ist es mir lieber so.

 

RB

 

Vernunft

Der Österreicher Philosoph Robert Pfaller, gab ein Interview beim Kölner Stadt- Anzeiger. Er äussert sich hauptsächlich über die Vernunft des Menschen und wie die Menschen im Westen nur noch unter Vorbehalt geniessen. Eine seiner Kernaussagen im Interview ist, dass die postmoderne Kultur einfach nur Genuss und Spass haben, nicht aber die Mühsame und Verbindliche Konsequenz tragen wolle. Er meint auch dass wir uns das Leben mit sinnloser und ineffizienter Hetzerei verderben.

Ich finde, Robert Pfaller äussert sich relativ provokativ und direkt über das Thema. Pfaller stört es, dass die westliche Kultur die Verantwortung des Handelns nicht mehr tragen will und als Folge die Genussmittel so verändert, dass es die neuen „Anforderungen“ erfüllt werden. Mit Aussagen wie „Man muss nicht immer vernünftig sein“ verleitet er die Leser zum Nachdenken.

 

Ich möchte als erstes auf die postmoderne Kultur zu sprechen kommen, die einfach nur Spass haben will ohne die mühsamen  und verbindlichen Konsequenzen tragen zu müssen. Ich kann viele Gedankengänge Pfallers sehr gut nachvollziehen. Ich bin absolut einverstanden mit der Aussage, dass die heutige Gesellschaft sehr viel Verantwortung abgeben will. Ich denke dass jeder Mensch selber verantwortlich ist für seine Entscheidungen. Ob man ein Bier mit oder ohne Alkohol trinkt, ist einfach eine Frage der persönlichen Einstellung. Ich habe ein bisschen Mühe mit dem oben genannten Zitat: „Man muss nicht immer vernünftig sein.“ Vernunft ist eine sehr subjektive Sache. Was einer Person vernünftig erscheint, kann einer anderen Person absolut unvernünftig vorkommen. Meiner Meinung nach ist die Vernunft jedes Menschen sehr stark an die Frage gekoppelt, wofür es sich zu leben lohnt. Die persönliche Antwort auf diese Frage beeinflusst unsere Haltung zu Genuss, Spass, Werten wie auch die subjektive Frage der Vernunft.

T.S.

Das Nichts hinter dem Nichts

Ich habe für meinen Beitrag ein sehr umstrittenes Thema gewählt, über das sich Forscher streiten und sich den Kopf darüber zerbrechen. Trotzdem habe ich mich schon einigemale den Kopf darüber zerbrochen, aber ich komme schlicht und einfach nicht weit und fordere euch deshalb dazu auf eure Meinungen und Gedanken zu diesem Denkanstoss beizutragen:

Nun das Universum ist beinahe unendlich sollte man meinen, jedoch ist  laut momentanem Forschungsstand bekannt, dass das Universum irgendwo ein Ende hat. Wenn ich mir das vorstelle, sehe ich da grösstenteils Nichts. Ein Nichts, das gespickt ist mit unvorstellbar grossen Galxien, bestehend aus Sonnensystemen, wie auch die Erde ein Teil eines Sonnensystems ist. Was aber soll sich denn am Ende des Universums befinden, denn es kann auch nicht mehr sein als noch mehr von diesem mysteriösen Nichts. Die Frage ist nun, wie sich dieses Nichts von unserem Universum unterscheiden soll, zumal ich mich zusätzlich dazu noch frage, ob dieses Nichts hinter dem Universum seinerseits wiederum ein Ende hat und so kann man sich immer weiter hineindenken und sich selber verwirren.

So komplex dieses Thema auch ist und so unmöglich es auch ist Gewissheit darüber zu erlangen freue ich mich auf eure Antworten, vielleicht hat ja irgendjemand eine Theorie oder eine Idee dazu.

S.Z.

Der Genuss der Gesellschaft

Immer mehr Menschen verzichten auf die Genüsse des Lebens. Denn Kaffee trinkt man nur noch ohne Koffein, das Bier ohne Alkohol, und das Essen darf nur so gesund wie möglich sein. Das alles nur um Glücklich zu werden. Doch ist das wirklich der Schlüssel zum Glück? Der Philosoph Robert Pfaller spricht in einem Interview mit dem Kölner Stadt Anzeiger über sein Buch „Wofür es sich zu leben lohnt“, und über die heutige genusslose Gesellschaft.

„Wir müssen wieder heiliger werden.“

In fast allen Sprachen hat das Wort Heilig zwei Bedeutungen. Im Englischen zum Beispiel „holy“ steht für die gute Seite, und „scared“ für die bedrohliche und unheimliche Seite. Früher musste man das Unreine in etwas gutes verwandeln, damit es erträglich wurde. Deshalb feierte man es. Es wurde alles das getan, was eigentlich als schlecht oder unrein betrachtet wurde: Trinken, Zeit verschwenden etc. Und man musste sich dabei nicht mal schlecht fühlen, nein, man fühlte sich sogar sehr gut dabei. Doch heute kommt das fast nicht mehr in Frage. Die Lust ist weg und auf den Genuss wird verzichtet. Die Gesellschaft entfernt sich immer mehr vom Genussvollen Leben, was ich persönlich nicht verstehen kann.

Die Frage geht mir immer wieder durch den Kopf. Wieso verzichten immer mehr Menschen auf die Genussvollen Dinge des Lebens? Glauben sie damit glücklicher zu werden, oder tun sie es weil es alle anderen tun, oder vielleicht lieg es auch einfach in ihrer Natur, das sie von Geburt an lustlos sind. Ich denke glücklicher wird man dadurch nicht, meiner Meinung nach sind genussvolle Momente der Weg zum Glück. Diese Dinge und Erlebnisse die wir geniessen können sind genau diejenigen, die unsere Gedanken reinigen von all den stressigen, alltäglichen Aufgaben die wir zu erledigen haben und von all dem Druck der auf uns lastet. Sie sind der perfekte Ausgleich dafür. Doch wie oben schon erwähnt, vielleicht tut man es auch einfach, weil es alle anderen auch tun. Der Gruppenzwang drängt einen dazu, auf den Genuss zu verzichten. Das ist auch ein Theorie der man Beachtung schenken sollte. Vor allem die heutige Jugend ist extrem darauf fixiert dazu zu gehören. Aussenseiter zu sein geht gar nicht. Man muss mithalten können mit den „coolen“ und wenn die auf ein Bier verzichten, dann tue ich es auch. Sehr viele Jugendliche denken so, was meiner Meinung nach sehr schade ist. Denn so verschwinden immer mehr die Individuen in der Gesellschaft, weil sie unter dem Druck stehen dazuzugehören und sich somit anpassen.

Was denkt ihr woran es liegt, dass immer mehr Menschen auf das genussvolle Leben verzichten, ist es wirklich der Gruppenzwang ?

 

 

Normal

Was ist eigentlich normal?

Allgemein bezeichnet es „der Norm entsprechend“, „in der Regel“ oder einen allgemeinen Massstab. Dementsprechend müsste die Norm der Mehrheit entsprechen, da diese einen Massstab und somit einen Durchschnitt festlegt. Die Norm bezieht sich also auf etwas, das die Menschheit als natürlich und vernünftig sieht.

Nun stellt sich die Frage, ob dies nicht bloss eine Meinungsangelegenheit ist? Natürlich gibt es überall und immer verschiedene Meinungen, die teils übereinstimmen oder sich widersprechen. Und jede Meinung sollte akzeptiert werden, da diese durch eine gültige Begründung weder als wahr noch falsch bewertet werden kann. Also sollte es im Auge des Betrachters liegen, was „normal“ ist.

Wäre die Welt nicht langweilig, wenn alles normal wäre? Wenn alles der Regel entspricht und sich jeder an sie hält, wäre unsere Welt nicht eintönig und langweilig? Ich denke es wäre ein Verlust der Kreativität, wenn alles einer Norm entspräche. Denn eben diese Vielfältigkeit und Abwechslung macht doch den einzelnen Menschen und somit die Menschheit als Ganzes interessant.

Unterschiedliche  Normen gelten auch in verschiedenen Kulturen, wie zum Beispiel die Unterschiede des Benehmens. Das heisst, Regeln sind anders, von Land zu Land und somit von Kultur zu Kultur. Die Menschen machen sich ihre kulturellen Normen.

Braucht es überhaupt eine Norm? Und was bewegt uns dazu, Normen zu schaffen? Normen dienen uns als Orientierung und geben uns einen gewissen Rahmen, denn ohne diesen wären wir in einem Universum voller „Nicht- Normen“  verloren. Wahrscheinlich müssten wir ohne kulturelle Normen mit der Zeit bilaterale Regeln aufstellen, da wir bei jeder Begegnung unser Verhalten abgleichen müssten,  was wiederum zu allgemein anerkannten Regeln und Normen führen würde. Hierbei denke ich an das für uns einfache Ritual des sich Grüssens. Aber auch dieses zeigt uns einerseits die Gruppenzugehörigkeit an, ich denke hierbei an die drei Küsse auf die Wange für Freunde im Allgemeinen oder andererseits das offizielle Handgeben des persönlichen, offiziellen Grüssens als Ritual.

Somit ist die Norm, das Normale, der Rahmen einer bestimmten Kultur, oder auf was sich die Menschen dieser Kultur geeinigt haben. Individuelle Abweichungen und Betrachtungsweisen sind toleriert und bis zu einem gewissen Grad gewünscht.

 

LA

Über die Selbsttäuschung

Der Philosoph Thomas Metzinger hat in einem Gespräch über die Schwierigkeit, sich selbst zu erkennen, gemeint, dass es ausgesprochen nützlich sein kann, sich positive Illusionen zu machen. Er erklärt, dass die überlebenswichtige Selbsttäuschung einem helfen würde, Niederlagen zu vergessen und ausserdem werde die Motivation und das Selbstvertrauen gesteigert. Was sind die positiven Aspekte dieses Verhaltens? Welche Schattenseiten hat die Selbsttäuschung? Was bringt es dem Menschen, sich vor der Wahrheit zu drücken?

Metzingen spricht von einem elementaren Ich-Gefühl, welches dem Überleben dient. Es ist ein Schutz gegen Aussen, welcher verhindert, dass man gewisse Erlebnisse nicht zu nahe an sich selbst heran lässt. Man erlaubt sich, unangenehme Dinge auszublenden, was zu einem besseren Selbstbild führen kann. Man ist glücklicher und unbeschwerter, wenn man sich nicht ständig vorhält, was man anders hätte tun sollen. Zudem ermöglicht dieses Ich-Gefühl sich an positiven Erfahrungen umso mehr zu erfreuen, was ein besseres Selbstwertgefühl hervorrufen kann. Auch die Begeisterung wird angeregt, wenn man ein Ereignis mit positiven Gefühlen verbindet, man ist motiviert und angespornt, es das nächste Mal noch besser zu tun.

Jedoch stelle ich mir die Frage, ob diese „überlebenswichtige“ Selbsttäuschung nicht auch Schattenseiten hat. Natürlich ist alles viel einfacher, wenn nichts schlecht ist und das Fühlen und Handeln nicht von negativen Gedanken beeinträchtigt wird. Jedoch finde ich, dass man der Wahrheit auch ins Auge blicken und sie so nehmen sollte, wie sie ist. Denn wenn man sich die „Wahrheit” so dreht, wie man sie gerne hätte, dann entspricht das meiner Meinung nach nicht mehr der Wirklichkeit, sondern einem Trugbild. Man darf nicht alles ausblenden, was man falsch gemacht hat, sondern man sollte auch aus seinen Fehlern lernen, damit man diese zu einem anderen Zeitpunkt nicht wiederholt.

Obwohl es also Situationen im Leben gibt, in denen es wichtig ist, sich negativen Erlebnissen und Empfindungen zu stellen, dürfen wir uns trotzdem glücklich schätzen, dass wir die Möglichkeit haben, Unangenehmes vergessen zu können. Die Fähigkeit auszublenden, erlaubt uns mit einem positiven Grundgefühl durchs Leben zu gehen und seine Sonnenseiten zu geniessen.

leelee

Kaffee ohne Koffein

Kaffee ohne Koffein

Bin ich ein vernünftiger Mensch? Nein wahrscheinlich nicht, nach man man weiss dass ich diesen Arbeitsauftrag vergessen habe und ihn erst jetzt schreibe. Um Neun am Abend bevor ich es abgeben soll. Aber in Herr Pfallers Worten sollte ich lieber furchtloser sein. Vielleicht sollte ich lieber zu Bett gehen oder schauen was meine Familie jetzt am Fernseher schaut. Bin ich dann besser in Philosophie als mein Kollege? Was mich am Anfang vom Text gepackt hat, war der Name von Herr Pfallers Buch, „Wofür es sich zu leben lohnt“. Es ist ein Titel der ziemlich viel verspricht aber nachdem ich das Interview gelesen habe, denke ich, dass er passend ist, für Pfallers philosophische Gedanken.

Ich würde mich nie selber als furchtlos beschreiben. Ich denke zu viel über Konsequenzen nach. Aber in Vergleich zu Herr Pfallers Definition bin ich doch ziemlich furchtlos. Ich esse ungesunde Essen ohne Schuldgefühle, ich trinke ziemlich viel Kaffee während dem Tag und wenn es kein Koffein hätte, würde ich wahrscheinlich in ein paar von meinen Stunden einschlafen. Ich trinke kein Bier, mit oder ohne Alkohol, nicht wegen moralische Gefühle aber weil es eklig schmeckt.  Aber meiner Meinung nach machen dieser Sachen mich nicht furchtlos, weil ich von sehr viel andere Sachen ziemlich stark beängstigt bin.

Was ich an dem Artikel am besten fand, war die Idee ein „Liste der vom Aussterben bedrohten guten Lebensmomente“ zu haben. Die Banalität von ein paar Beispielen hat mir auch gefallen aber auch die „ohne Angst bedrohte“ Tagesaktivitäten. Ein Leben ohne Stress oder die Gedanken Anderer ständig zu hinterfragen, würde für uns alle ein Traum sein. Klar muss man auf die Gesundheit schauen aber manchmal muss man auch verstehen, dass eine Tafel Schokolade nicht nur aus Kalorien besteht, die man nachher verbrennen muss. Das Streben nach Perfektion ist für mich ein gefährlichere Krankheit als Fettleibigkeit.

Ich weiss dass es eine Klischee ist aber wir könnten jeden Tag von einem Bus gerammt werden. Und wenn wir am Boden liegen und alle unsere Erinnerungen zurückkommen würden, ist die Frage nicht, gibt es ein Leben nach dem Tod, sondern gab es eines vorher.

Lb

Der Mensch – ein Tier unter vielen?

Mensch und Tier – Zwei Begriffe mit sich unterscheidenden Bedeutungen. Oder vielleicht auch nicht? Der Mensch distanziert sich oft vom Tier, er sieht sich ihm übergestellt und ist der Meinung, es gäbe massenweise Unterschiede zwischen ihm und dem Tier. Klar, biologisch gesehen sind wir auch Tiere, dank auf empirischen Grundlagen basierender Fakten wissen wir alle, dass wir der Familie der Menschenaffen angehören. Doch sieht man es aus der philosophischen Perspektive auch so?

Aristoteles beschrieb zu seiner Zeit den Menschen als das vernünftige Tier. Ist es also die Vernunft, die uns unterscheidet? Meiner Meinung nach handeln Tiere nämlich nicht unvernünftig, im Gegenteil, Tiere sind ja beinahe von Vernunft bzw. von Instinkten gesteuert. Der Mensch hingegen weiss zwar, wie man vernünftig agiert, unterscheidet sich von den Tieren jedoch dadurch, dass er nicht selten trotz dieses Bewusstseins der vernünftigen Handlungsweise unvernünftig agiert.

Ein weiterer Unterschied, der mir durch den Kopf gegangen ist, ist die Sprache. Wir Menschen haben eine sehr detaillierte mündliche Kommunikation. Doch kann man das von Tieren nicht behaupten? Doch, denn auch bei Tieren wurde bewiesen, dass sie (die meisten) untereinander eine Sprache bzw. eine auf non-verbale Art und Weise basierende Kommunikation zu führen im Stande sind. Diese Erkenntnis hat mich weitergebracht zur Schrift bzw. zur Symbolik. Menschen sind fähig, ein von einem Menschen gezeichneter Tisch, welcher durch die Zeichnung ein Symbol wurde und somit abstrahierend dargestellt ist, als ein solcher zu erkennen und ihn mit „Tisch“ zu beschriften. Für diese Theorie der Unterschiedlichkeit vom Menschen zum Tier habe ich bei den Tieren noch keine Gegenthese finden können.

Nun frage ich mich, wie denn ein Tier wohl denkt, ob es in der Lage ist, zu philosophieren und die Welt zu hinterfragen. Dabei bin ich auf eine weitere mögliche Differenzierung gestossen, nämlich dass das Tier im Vergleich zum Menschen kein Bewusstsein für die eigene Endlichkeit und somit keine Angst vor dem Tod hat. Diese These lässt sich leider nicht empirisch bestätigen oder widerlegen, da es den Menschen kaum gelingen wird, herauszufinden, wie ein Tier denkt, doch ich sehe es als sehr wahrscheinlich, dass sich die Menschen mit der ständigen Angst vor dem Sterben in diesem Punkt von den Tieren unterscheiden.

Ein weiterer Aspekt ist die Fähigkeit zu lügen. Wenn ein Mensch lügt, dann plant er in seinen Gedanken absichtlich, nicht die Wahrheit zu sagen, weil er bereits auskalkuliert hat, dass für ihn die Variante mit der Unwahrheit positivere Konsequenzen bringen wird als die Variante, bei der er die Wahrheit sagt. Ein Tier kann zwar lügen, doch weil es meiner Meinung nach dies nur tut, um seine naturgegebenen Triebe und Instinkte, und nicht wie der Mensch, der auch über belanglose Dinge lügt, zu befriedigen, würde ich es nicht als lügen definieren, sondern vielmehr als täuschen oder als vorgeben.

Man könnte auch davon ausgehen, dass ein einzelner Mensch, ohne jeglichen Kontakt zu anderen Menschen, sich gar nicht vom Tier unterscheidet und der einzige Unterschied somit ist, dass es den Menschen gemeinsam über all die Jahrtausende gelungen ist, diese kulturellen und geistigen Fertigkeiten zu erschaffen und von Generation zu Generation weiterzugeben und –entwickeln.

Natürlich muss man teilweise auf individuelle Tierarten achten und kann nicht die Tierwelt als ein Ganzes sehen, ich habe durch den Text bloss meine groben Gedanken zu diesem Thema aufzeigen wollen. Schlussendlich bin ich mir immer noch nicht sicher, ob wir Menschen uns überhaupt von den Tieren unterscheiden, beziehungsweise ob es nicht despektierlich, ja schon fast ein Zeichen von Hybris des Menschen ist, sich überhaupt als ein sich vom Tier unterscheidenden Wesen zu sehen.

-SB

Kontrollverluste

Gedanken zum Interview mit Robert Pfaller

Wir Menschen haben so viele Träume und Wünsche. Wir wollen eine gute Ausbildung, um unsere  finanzielle Zukunft zu sichern. Wir wollen die erste grosse Liebe heiraten und eine glückliche Familie gründen. Wir wollen uns gesund ernähren, genügend Sport treiben und unsere innere Ruhe finden.  Das Leben des Menschen besteht aus dem stetigen Drang alles richtig zu machen.

Beim Lesen des Interviews habe ich mich schon nach wenigen Sätzen in der Aussage von Herrn Pfaller wieder erkannt. Ich ertappe mich manchmal selbst dabei, wie ich mir im Kopf mein Leben möglichst perfekt gestalte. Ich quäle mich selbst mit dem Gedanken, dass etwas schieflaufen könnte. Schnell schlage ich mir eine waghalsige Idee aus dem Kopf, denn sie könnte ja mein friedliches Leben gefährden. Nie die Kontrolle über sich selber verlieren – das ist das oberste Gebot.

Doch wenn ich genauer darüber nachdenke, komme ich doch zu dem Schluss, dass wir einsehen sollten, dass das Leben nicht immer nach Plan verläuft. Man erlebt eben unschöne Dinge und manchmal wird man aus der Bahn geworfen.  Wir sollten einfach mal mehr Mut besitzen die Kontrolle zu verlieren, Mut besitzen sich zu irren, Mut besitzen etwas falsch zu machen. Denn nach dem Regen kommt ja bekanntlich die Sonne und aus Fehlern lernt man.

Manchmal muss man eben stolpern, um den richtigen Weg zu finden. Alles hinwerfen und eine neue Richtung einschlagen. Nicht das tun, was vernünftig ist und von einem erwartet wird. Nicht das ganze Leben damit verschwenden, alles zu regeln und planen. Einfach leben. Leben mit dem Gedanken im Hinterkopf:

Immer einmal mehr aufstehen als hinfallen!

lm*

Gesundes Lebensverhalten

Wir trinken Bier ohne Alkohol, trinken Kaffee ohne Koffein und ernähren uns von Essen ohne Fleisch. Doch gefährden wir mit diesem gesunden Lebensverhalten unsere Gesundheit?

Laut dem Philosophen Robert Pfaller ist uns die Fähigkeit, Genüsse als lustvoll zu erleben abhanden gekommen. Wir machen uns oft sehr viele Gedanken über die Wirkung und Folgen unserer Genüsse, das heisst das zwiespältige Denken hindert uns oft daran etwas zu geniessen. Robert Pfaller erklärt in seinem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass die Menschen früher in der Lage waren, dem Schrecken in die Augen zusehen und sagen zu können „Pah, das machen wir jetzt-schliesslich ist es doch, wofür es sich zu leben lohnt.“ Heute möchte man Spass haben, aber nicht das Mühsame und Verbindliche davon.

Wenn wir uns permanent mässigen wollen und das Gefühl haben, dass wir vernünftig und gesund leben sollten, um unsere Gesundheit und somit unser Leben zu schützen, entwickeln wir die Angst  davon zu erkranken, uns zu schaden oder gar umzubringen. Allerdings schadet uns auch die Angst, denn sie hemmt uns davor Dinge zu tun, die uns eigentlich Spass machen würden, die unser Leben erfüllen würden. Ausserdem stressen wir uns, wenn wir immer darauf achten, ob unser Essen auch wirklich gesund ist, ob wir eventuell gesundheitliche Schäden durch die eigentlich geplante Handlung erlangen könnten oder ob es denn einen bestimmten Sinn dafür gibt unser Vorhaben umzusetzen. Folglich stellt sich die Frage, ob ein langes, gesundes Leben ohne Spass und somit ohne dem Gefühl ein ausgeprägtes, erfülltes Leben gelebt zu haben, denn überhaupt wünschenswert ist.

Durch das Vermeiden von Rauchen, Alkohol trinken, ungesundem Essen, Sex, feiern, Risikosportarten und so weiter schützen wir unser Leben, da wir uns dadurch dem Risiko, uns körperlichen Schadeneinzuholen, entziehen.  Allerdings können wir durch das strikte vermeiden dieser lustvollen Ereignissen unserer Psyche schaden.  Denn neben Angst und Stress, die wir dadurch entwickeln können, fehlen uns mit dieser Einstellung die in unserem stressigen Alltag sonst schon oft zu kurzkommenden Momente im Leben, in denen wir sorglos und glücklich sein können. Folglich fehlen uns auch die positiven Gedanken und somit die positive Einstellung. Dies kann dazu führen, dass wir uns von unserem Umfeld zurückziehen, uns den negativen Gedankenströmen widmen und Depressionen entwickeln.

Meiner Meinung nach, sollte man sich ab und zu die Frage stellen, wofür es sich lohnt zu leben und dann auch dementsprechend zu handeln, auch wenn das heisst, dass wir etwas Ungesundes tun. Dennoch sollte man sich stets vor Augen behalten, dass Genussmittel, wie es der Name schon sagt, dem Genuss dienen sollten und dementsprechend bewusst konsumiert oder ausgeübt werden sollten. Denn in zu hoher Dosis oder mit zu hohen Risiken spielend, kann dies unsere Gesundheit sehr stark beeinträchtigen und wie können wir unser Leben geniessen, wenn unser Körper dies nicht mehr zulässt?

 

Was denkt ihr dazu?

MS