YOLO?

Mit den Worten „You Only Live Once“ werden wir auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter immer wieder daran erinnert, dass das Leben zu kurz sei, um auf alles zu verzichten.
Viele Jugendliche mögen diese Aussage als Legitimation ansehen, sich gesetzeswidrig und selbstgefährdend zu verhalten.
Natürlich sollte einen dieses Motto nicht dazu verleiten, fahrlässig mit sich und seinen Mitmenschen umzugehen, ganz falsch ist dieser Ratschlag aber sicherlich nicht.
Der Philosoph Robert Pfaller hat sich mit eben diesem Thema auseinandergesetzt und dazu in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger Stellung genommen.
In seinem Buch regt er an, darüber nachzudenken, ob wir in der heutigen Zeit vielleicht zu krampfhaft versuchen, alles korrekt, gesund und vernünftig zu machen.
Nehmen wir uns tatsächlich Lebensqualität, indem wir diszipliniert nach dem Gegenteil streben?

Ich bin der Meinung, dass dem sehr wohl so ist.
Mehrfach war es in meinem Freundeskreis zum Thema geworden, was das eigentlich soll, dass sich plötzlich alle vegan ernähren wollen. Möglichst fettarm, unbedingt Gluten frei und ja nicht zu viele Kohlenhydrate.
Jeder hat auf einmal einen „Daily-Work-Out“-Plan und hat mit Hilfe von Yoga sein inneres Gleichgewicht gefunden.

Ich möchte keineswegs jemanden davon abhalten, sich um seine Gesundheit zu kümmern oder sich auf die Suche nach einer entspannenden Beschäftigung zu machen, aber ich würde diejenigen gerne dazu auffordern, sich darüber klar zu werden, ob sie es wirklich für sich machen, oder weil es gerade ein Trend ist.
Viele schwimmen einfach mit dem Strom, ohne wirklich auf ihr Gefühl zu achten.
Was brauchen wir wirklich? Habe ich Lust, dieses Wochenende die Nacht durchtanzen zu gehen und mit Freunden etwas zu trinken? Wenn ja, was hält mich davon ab?

Ich bezweifle sehr, dass ständige Rationalität der Weg zu Glück ist.
Nicht alles was Spass macht ist vernünftig, aber der Verzicht darauf lässt die Gedanken nur umso mehr um dieses Thema kreisen.
Es macht in meinen Augen keinen Sinn, sich zu quälen mit der Aussicht in 40 Jahren zurückblicken zu können und sagen zu dürfen: „Ich habe vieles verpasst, aber dafür bin ich keinen Gefahren ausgesetzt gewesen.“
Das Leben hält einem so viel bereit und wenn wir schon die Chance als eigenständiges Individuum haben, es uns so zu gestalten, wie wir gedenken, glücklich zu werden, sehe ich keinen Grund, es nicht zu versuchen.
Schliesslich lebt man nur einmal.
-Schülerin LX

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